1942 bis 1984

1961 konnten Kommandant Heinrich Wagner und seine Mannen vom damaligen 1. Bürgermeister Schönweiß ein Löschfahrzeug LF 8 Opel Blitz übernehmen, welches wiederum bis 1990 seinen Dienst versah, bevor es wegen seines schlechten baulichen Zustandes außer Dienst gestellt werden musste.

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Hervorgerufen wurden die Schäden vor allem durch die anfängliche schlechte Unterbringung im damaligen Spritzenhaus an der Burgstraße (gegenüber der jetzigen Blumenhandlung Moll). Da dieser Schuppen nicht für die Größe eines Löschfahrzeuges ausgelegt war, musste der Lehmboden ausgekoffert werden, um die erforderliche Unterstellhöhe zu erreichen, was jedoch zur Folge hatte, dass sich Regenwasser in der Standfläche sammelte und das Fahrzeug – so Zeitzeugen – „im Winter bis zu den Achsen im Schlamm festgefroren“ war.


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Abhilfe schaffte hier erst der Umzug in eine Garage beim neugebauten Rathaus, in welchem man erstmals auch ein eigenes Zimmer als Schulungsraum nutzen konnte.

Unter Kommandant Hans Weber legte die komplette Mannschaft Anfang der Siebziger Jahre erstmals das Leistungsabzeichen ab! Ein Artikel von Manfred Fritsch aus dem „Boten“ gibt hier ein interessantes Zeitzeugnis ab: „Die Burgthanner Feuerwehr ist auf Draht: Der letzte Samstagabend war ein Ereignis für Burgthanns Feuerwehrmänner. Galt es doch, aus der Hand des Kreisbrandmeisters Hirschmann das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Bronze entgegenzunehmen. Kommandant Hans Weber konnte dazu den Kreisbrandmeister Hirschmann, Hans Meier als Vertreter der Gemeinde sowie seine Wehrmänner begrüßen. Zum Gedenken an den tödlich verunglückten Feuerwehrkameraden Karl Bogner, der auch das Leistungsabzeichen erworben hatte, erhoben sich die Anwesenden von den Plätzen. In seinen Ausführungen streifte der Kommandant nochmals die vielen Übungen, die nötig waren, um das gesteckte Ziel erreichen zu können. Sein Dank galt den gesamten Feuerwehrmännern, die pünktlich zu den angesetzten Übungsstunden kamen. Kreisbrandmeister Hirschmann betonte, dass nur noch wenige Wehren in seinem Aufgabengebiet das Leistungsabzeichen nicht besitzen. Es freue ihn besonders, dass sämtliche Männer der Freiwilligen Feuerwehr Burgthann die Prüfung mit Erfolg bestanden haben. Mit Bedauern stellte er fest, dass Burgthanns Gemeindeoberhaupt, das zeitgleich Vorstand der Feuerwehr ist, nicht anwesend sein konnte. Er spornte die Wehrmänner dazu an, weiterhin ihrer Aufgabe treu zu bleiben. Da das Leistungsabzeichen in Silber das nächste Ziel sei, sollten die Feuerwehrmänner nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Folgenden Feuerwehrmännern konnte er dann das Leistungsabzeichen sowie das dazugehörige Besitzzeugnis aushändigen: Hans Müller, Jakob Bock, Georg Bogner, Georg Distler, Georg Hirsch, Willi Bradl, Georg Müller, Helmut Buchner, Michael Schönweiß, Georg Buchner, Hans Buchner, Konrad Deifel, Werner Eckersberger, Hans Leykauf, Konrad Pickel, Gerfried Hübner, Manfred Fritsch, Wolfgang Tscharntke, Hans Biegel, Fritz Liebel, Leonhard Silberhorn, Walter Frank, Hans Distler, Konrad Pfuhler, Georg Liebel, Werner Thäter, Theo Harenburg, Hans Büttner und Leonhard Bogner. Gemeinderat Hans Meier, der in früheren Jahren selbst lange Zeit Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr war, überbrachte den Dank und die Glückwünsche der Gemeinde Burgthann. Ihn freue es, so sagte er, dass in der Ortschaft eine Feuerwehr sei, die einen so guten Ausbildungsstand besitze. Sein besonderer Dank galt dem rührigen und pflichtbewussten Kommandanten Hans Weber, der seine ihm unterstehenden Feuerwehrmänner gut in der Hand habe. Feuerwehrmann Willi Bradl sprach anschließend für seine Kameraden. Dem Kommandanten, der dieses Amt erst verhältnismäßig kurze Zeit inne hat, sprach er den Dank für sein Pflichtbewusstsein und seine stete Hilfsbereitschaft aus. Im Namen aller Wehrmänner versprach er auch weiterhin vollste Unterstützung.“


Für die Burgthanner „Ur-Einwohner“ liest sich die Liste der oben genannten Feuerwehrmänner wie das Who-is-who der damaligen Bevölkerung!


Vom 16. – 18. Juli 1976 feierten die „Rothelme“ unter Führung des leider bereits verstorbenen damaligen 1. Kommandanten Wolfgang Tscharntke das 100-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr mit einem riesigen Festzug durch Burgthann und im Festzelt am alten Sportplatz, dem heutigen Standort der Grundschule.


Auch dieses Highlight ist im Burgthann-Buch verzeichnet: „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Burgthann: Das längst fällige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr (Gründungstag 3.10.1874) wird für Burgthann vom 16. bis 18. Juli zu einem gut organisierten Fest. 1. Kommandant Wolfgang Tscharntke und Veranstaltungsleiter Edmund Pfeiffer haben für diese drei Festtage ein Programm zusammengestellt. Der Veranstaltungsreigen beginnt am Freitag mit einem großen Bunten Abend, an dem mehrere Künstler von Funk und Fernsehen auftreten. Am Samstag trifft die Tiroler Trachtenkapelle mit ihrem zahlreichen Anhang im Dorf ein. Die Musiker werden von Bürgermeister Wedel im historischen Burghof empfangen, geben anschließend ein Platzkonzert und ziehen später ins Festzelt, um sich für den Heimatabend vorzubereiten. Dieser Tiroler Abend ist bereits vor Beginn der Veranstaltung ausverkauft und wird in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Was dabei die Gäste aus Österreich an Musik, Tanz und Unterhaltung zeigen, bestätigt, dass dieser Tiroler Volksstamm zu leben und zu feiern versteht. Es soll vorgekommen sein, dass mancher Musiker das ihm überlassene Bett seines Gastgebers überhaupt nicht berührt hat. Der Sonntagmorgen beginnt mit der Gefallenen- und Totenehrung im Friedhof, anschließend versammelt sich die Gemeinde im Festzelt zu einem Gottesdienst, der von Pfarrer Hermann Lehr gestaltet wird. Einen weiteren Höhepunkt des Sonntages bildet der bunte Festzug. Bei sengender Hitze ziehen die Teilnehmer aus 40 Vereinen und Wehren durch die von der Landespolizei für den übrigen Verkehr gesperrte Hauptstraße… (Anm.: jetzt Mimberger Straße) …bis zum Festplatz. Sieben Musikkapellen – allen voran die Tiroler Trachtenkapelle aus Going – begleiten den bunten Zug, wobei die warmen Trachten manchen Musiker zum Schwitzen bringen.“ In dieser Zeit, gegen 1978, wurden auch die ersten vier umluftunabhängigen Atemschutzgeräte beschafft. Während noch beim Brand des Wohnhauses Dres. Ebert „Am Hammerberg“ mangels Atemschutz die Devise „fluten, bis das Feuer aus ist!“ galt, wird heutzutage viel schonender gelöscht. Z zur Vermeidung von Wasserschäden versucht man, Löschwasser direkt in die Flammen zu geben, was allerdings nur im riskanteren Innenangriff möglich ist.


Im Jahr 1980 wurde von Kommandant Hans Röder erstmals eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. Zum Jugendwart wurde der spätere Kommandant Erich Gebhard ernannt. Da diese Jugendgruppe allerdings noch nicht in der Deutschen Jugendfeuerwehr organisiert war, wurde sie erst seit 1991 als „offizielle“ Jugendgruppe gewertet. Der in den Kriegsjahren zwangsaufgelöste Feuerwehrverein wurde am 7. März 1980 unter Kommandant Hans Röder im Gasthof „Zum Goldenen Hirsch“ („Müller“) wieder neu gegründet.


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Von den 21 anwesenden Gründungsmitgliedern wurden Hans Buchner zum 1. Vorstand und Hans Büttner als 2. Vorsitzender gewählt.


Im Jahr 1982 wurde durch den Umzug des TSV-Burgthann ins neue Sportgelände im Mimberger Wald die alte Turnhalle frei, welche durch die Großgemeinde Burgthann unter 1. Bürgermeister Eddy Koller erworben und nach einem Fahrzeughallen-Anbau der Freiwilligen Feuerwehr Burgthann unter 1. Kommandant Hans Röder als neues Gerätehaus mit Schulungs- und Sozialräumen zur Verfügung gestellt werden konnte. 1984 konnte aus Vereinsmitteln ein vom BRK ausgemusterter Mercedes-Transporter angeschafft werden, welcher in Eigeninitiative zum Einsatzleit- und Mehrzweckfahrzeug umgebaut wurde.Leider war dieses für die Einsatzleitung damals äußerst wertvolle Fahrzeug an verdeckten, tragenden Fahrzeugteilen in solch schlechtem Zustand, dass es im Jahr 1990 wegen Rostschäden ausgemustert werden musste.

 

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