2000 bis 2002

Mit der Ersatzbeschaffung eines zweiten wasserführenden (600 Liter) und mit vier weiteren Atemschutzgeräten ausgerüsteten Löschfahrzeuges LF 8/6 Magirus auf IVECO als Ersatz für den altersschwachen FAUN im Jahr 2000 war die Freiwillige Feuerwehr Burgthann unter Kommandant Karl-Heinz Brunner sowohl Geräte mäßig als auch personell gut für das sich schnell wandelnde Einsatzspektrum gerüstet.  

Nach einem schweren Verkehrsunfall entschlossen sich die Burgthanner Kameraden 1999, optimaler für medizinische Notfälle bei Einsätzen gewappnet zu sein. Bereits im Vorfeld wurde die Erste-Hilfe-Ausstattung in Eigeninitiative z. B. mit sogenannten „Stiffnecks“ (Halskrausen) ergänzt. Außerdem absolvierten Kameraden in regelmäßigen Abständen Erste-Hilfe-Kurse beim langjährigen Burgthanner BRK-Ausbilder Helmut Simbeck.

Anfang 2000 und 2001 beschaffte der Förderverein zwei „Nürnberger Notfallkoffer, die anteilig durch Spenden und Vereinsmittel finanziert wurden. Durch die Vermittlung des damaligen Sanitäts-Ausbilders Gerold Frey konnten die Koffer von der Berufsfeuerwehr Nürnberg erworben werden. Sie waren u. a. bestückt mit Sauerstoffgeräten, Sekretabsaugpumpen, Blutdruck-Messgeräten, medizinischer Ausstattung für hinzukommende Ärzte sowie Sprays zur Bekämpfung von Lungenschäden bei Rauchgasinhalation oder bei Herzattacken.

Komplettiert wurde diese sehr umfangreiche Medizin-Ausstattung noch durch die Spende des KET-Systems (einer „Wirbelsäulenschiene“ zur schonenden Rettung bei Verdacht auf Wirbelsäulen-Schädigung) durch die Gemeinschafts-Praxis unseres Burgthanner Feuerwehrarztes Dr. Alexander Ebert. Dieses Hilfsmittel kann ein Unfallopfer günstigstenfalls sogar vor einer drohenden Querschnittslähmung bewahren.

Außerdem steht einer weiteren Spezialeinheit in der Wehr Ausrüstung zur Absturzsicherung bei Arbeiten in Höhen zur Verfügung, die ebenfalls vom Verein beschafft wurde.

Dass die Freiwillige Feuerwehr Burgthann gut ausgebildet und hochmotiviert ist, stellte sie nicht zuletzt am 1. Januar 2000 unter Beweis. Gegen 21.30 Uhr übermittelte Kreisbrandrat Bernd Pawelke ein Hilfeersuchen unseres französischen Partnerbezirks Limousin zur Aufarbeitung der katastrophalen Sturmschäden der Weihnachtsfeiertage 1999 an Kommandant Brunner und Bürgermeister Georg Hirsch! Obwohl sich alle Feuerwehrleute auf eine ruhige Urlaubswoche im Kreis der Familie eingerichtet hatten, gelang es dem Kommandanten, nachdem er auch die erreichbaren Kommandanten, Stellvertreter oder Vorstände der Großgemeindewehren informiert hatte, innerhalb einer Stunde 10 Freiwillige Feuerwehrmänner aus der FFW Burgthann zu gewinnen. Diese waren bereit, am Vormittag des nächsten Tages mit 240 weiteren mittelfränkischen Feuerwehrmännern  für eine Woche zum Hilfseinsatz nach Frankreich zu fliegen! Dies wohlgemerkt unter Einsatz ihres Jahresurlaubs, da Auslandseinsätze im Feuerwehrgesetz kein Freistellungsgrund vom Beruf sind, und ohne Rücksicht auf alle geplanten familiären Freizeitaktivitäten!

Begleitet wurden die Feuerwehrmänner dabei von Bezirkstagsvizepräsident Fritz Körber, welcher sich als sehr wichtige Hilfe im Krisenmanagement erwies.

Bürgermeister Georg Hirsch zollte der Wehr für dieses Engagement größten Respekt und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass 55 Jahre nach Kriegsende die junge Generation zur humanitären Hilfe in das Land fliegt, welches unsere Großväter noch als „Feind“ gekannt hatten.

Auch wenn einem die Hilfe im Nachhinein aufgrund der angetroffenen Verwüstungen als „Tropfen auf dem heißen Stein“ erschien, war es noch mehr die nachbarschaftliche Geste als die konkrete Hilfe, die laut Bezirkstagspräsident Lohwasser „mehr bewirkte als alle Empfänge der Politiker und Diplomaten in den Jahrzehnten vorher“. Wie sagte schon Mark Twain: „Donner ist gut und eindrucksvoll, aber die Arbeit leistet der Blitz“!

Von 8. - 10. Juni 2001 feierte die Wehr ihr 125jähriges Gründungsjubiläum. Der Festausschuss um 1. Vorsitzenden Roland Rupprecht hatte ein tolles Programm zusammengestellt, welches von der Burgthanner Bevölkerung mit regem Zuspruch quittiert wurde.

Das Festzelt hatte auf dem Gelände der ungenutzten Bauschule LBB in der Bahnhofstrasse einen idealen Standort, da ein mehr als ausreichendes befestigtes Freigelände mit einer idealen Stromversorgung vorhanden war.

 Für Materialeinlagerungen und Nebenräume wie Festbüro, Sanitätsbereich, Werkstätten und Personalküche und -toiletten konnten die damals noch intakten Schulungs- und Werkhallen benutzt werden.

 Das Dreitagesprogramm begann am Freitag, den 8. Juni 2001 mit einer Rocknacht im Festzelt mit der Spitzenband „King Schlayer“.

Der Festsamstag begann um 17 Uhr mit dem Einholen des Patenvereins FF Berg zusammen mit den „Schwarzach-Musikanten an der Bushaltestelle Schwarzachstrasse. Von dort wurde zusammen mit den unterwegs dazustoßenden Großgemeinde-Feuerwehren zur Totenehrung ans Friedhofs-Ehrenmal gezogen.

Nach einem Standkonzert mit Freibierausschank an der Grundschule ging es weiter zum Bieranstich durch den Schirmherrn und 1. Bürgermeister Georg Hirsch.

Es folgte ein furioser Abend mit der Stimmungs- und Showband „Die Wilderer“, welcher allen die dabei waren, noch ein Leben lang in Erinnerung bleiben dürfte.

Trotz der langen Nacht erschallte bereits um 6 Uhr morgens gnadenlos der Weckruf durch die „Burgthanner Bauernfünfer“ vom Burgturm. 

Erneut wurden der Patenverein FFW Berg und die Ortsvereine eingeholt – dieses mal zum Kirchgang mit dem Evangelischen Pfarrer Klaus Mendel in die festlich geschmückte Mehrzweckhalle. Der Katholische Pfarrer Schlecht war kurzfristig erkrankt, weshalb aus dem geplanten Ökumenischen Gottesdienst leider nicht stattfinden konnte.

Nach dem Gottesdienst zog man weiter ins Festzelt zum Frühschoppen mit den „Schwarzach-Musikanten“, bevor sich um 14.30 ein gewaltiger Festzug mit weit über 100 Vereinen durch Burgthann in Bewegung setzte.

Die Showband „Musikuss“ aus Ingolstadt und mehrere Auftritte des „Thanner Bauernballett“ aus Thann brachten das vollbesetzte Festzelt noch bis zum Zapfenstreich gegen Mitternacht zum brodeln.

 

 

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