Türen Auf!!! in der Feuerwehr

Türöffnertag in der Feuerwehr

 

BURGTHANN – „Tatütata, aus dem Weg. Hier kommt die Feuerwehr!“ Die Kinder hatten großen Spaß am jährlichen bundesweiten Maustüröffnertag, am Tag der Deutschen Einheit, bei der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) in Burgthann. Die kleinen Wissbegierigen hatten sich mit Hilfe von Pappkarton zu einem menschlichen Feuerwehrauto verwandelt und rasten mit der Maus quer über den Hof. Sie hatten es eilig, denn das Haus an der Spritzwand brannte lichterloh und das Feuer musste schnell gelöscht werden. Dabei sprangen die Erwachsenen schnell zur Seite. Alles über die Arbeiten der Feuerwehrkameraden, Notruf richtig absetzen und Erste Hilfe erfuhren Groß und Klein an dem lehrreichen Nachmittag.


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„Türen auf!“, so lautete das Motto des Westdeutschen Rundfunks (WDR) am vergangen Feiertag. Unter anderem Firmen, Behörden, Museen und Vereine stellten Kindern kindgerecht ihre Arbeit theoretisch sowie praktisch vor. Man konnte sozusagen Sachgeschichten live erleben, ganz nach der Art von „Die Sendung mit der Maus“. Ganz groß wurden die Augen, als die Feuerwehrmänner ihr großes Auto öffneten. Eine Axt, um Äste zu entfernen oder eine Schere, um Menschen aus Autos zu befreien sind unter anderem lebensrettende Werkzeuge. Die Kameraden kennen das Fahrzeug in- und auswendig und wissen daher ganz genau und schnell wo sie bei den vielen Fächern hinlangen müssen, um das richtige Gerät in Händen zu halten. Retten, löschen, schützen und bergen sind die Hauptaufgaben der FFW. Genaueres erfuhr man ausführlich an einem Infostand. Dass Frauen auch eine ehrenamtliche Arbeit in diesem wichtigen Verein annehmen können, dafür warb die Wehr ebenfalls. Auch die Eltern durften Hand anlegen und stellten schnell fest, mit welchem großen Kraftaufwand der Feuerlöschschlauch gehalten werden muss, wenn das Wasser mit hohem Druck durch diesen strömt. Nachdem die Kinder in den einzelnen Gruppen gut beschäftigt waren, nahmen die Eltern an einer Führung durch das Gebäude teil und informierten sich ausführlich über dieses stets brandaktuelle Ehrenamt.

 

Je nach Art des Einsatzes benötigen die Feuerwehrleute unterschiedliche Schutzanzüge: Atemschutzanzug mit Brandschutzhaube und Maske, Chemikalienschutzanzug mit Sichtscheibe, Ölschutzanzug mit Kopfhaube und Sichtschutz, Hitzeschutzanzug und spezielle Anzüge für Jugendliche. „Wow ist die Sauerstoffflasche schwer!“, stellten die Kinder beim Heben überraschend fest. Warum eigentlich ist das Blaulicht blau? Gute Frage, dachte sich der Florian-Nachwuchs. 1951 wurde dies sogar gesetzlich vorgeschrieben. Blaues Licht reicht „nur“ 300 Meter und ist somit aus Sicherheitsgründen für Flugzeuge in der Luft nicht mehr sichtbar, im Gegensatz zu grünen oder orangen Licht. Nur Polizei, Rettung und Feuerwehr dürfen dieses verwenden und zwar ausdrücklich nur dann, wenn sie in höchster Not und Eile sind. Ein Bobby Car, ausgestattet mit einem blinkenden Blaulicht, war für die Kleinen eine Sensation und wurde sofort beschlagnahmt.

 

„Notrufzentrale. Guten Tag, was ist passiert?“ Diese Worte ertönten am anderen Ende der Telefonleitung, als die Kinder spielerisch einen Notruf absetzen durften. Eine Einführung in die Thematik gab ein vierminütiger Film, indem ein Junge zeigte, wie er nach einem Brand in der Garage der Eltern die Feuerwehr rief, als diese kurz außer Haus waren. Unter Beachtung der fünf W-Fragen und einer kurzen Aufklärung, wie man sich ruhig und richtig verhält, ging es über in den praktischen Teil. Sie bekamen Situation, wie ein Kind vom Fahrrad stürzte, Hausbrand oder Unfall, als Ausgangssituation vorgegeben und mussten die Fragen des „Mitarbeiters“ in der Zentrale beantworten. Wichtig ist, dass man am Ort des Geschehens bleibt, bis Feuerwehr oder Rettung eingetroffen ist. Dies beruhigt zugleich den Verletzten. Dabei erfuhren sie Interessantes über die Tätigkeiten des First Responders, der als erstes am Einsatzort auftaucht. Mit diesen Übungen nahm man gleichzeitig den Kindern die Angst vor gefährlichen Situationen. „Erstaunlich wie schnell die Sprösslinge lernen. Bei Fragen gaben sie zügig die richtige Antwort und verhielten sich weitestgehend richtig.“, stellten die ehrenamtlichen FFW-ler fest.

 

„Oh nein. Die Maus hat mit dem Elefanten gespielt. Plötzlich stürzte sie und verletzte sich am Arm.“ Das Geheul war groß. Zugleich blutete sie stark. Wie setze ich den Notruf 112 ab und leiste Erste Hilfe vor Ort? Kompressoren und Verbände anlegen macht nach kurzer Anleitung der Fachleute wirklich großen Spaß. Mit Hilfe des Tröste-Teddys und der tatkräftigen Unterstützung aller wurde die Blutung schnell gestillt. Auf einmal ging es der Maus nicht gut und sie wurde ohnmächtig. Auch die stabile Seitenlage will gelernt sein. Doch das war für den Nachwuchs auch kein Problem.

 

Auch die vierbeinige Fraktion der Rettungshundestaffel gab sich die Ehre und zeigte ihr Können auf aufgebauten Parcours. Währen der Mensch mit den Augen die Umwelt wahrnimmt, sind die Spürnasen der Hunde bei der Suche von Opfern oftmals punktgenau und können Verletzte im brennenden Haus schneller auffinden. Dabei müssen sie rasch Hürden überwinden, über Balken und Gitter klettern und zum richtigen Zeitpunkt anschlagen beziehungsweise bellen, sobald sie das Opfer gefunden haben. Bei Rettungsmaßnahmen geht es um Zeit, es muss meistens schnell gehandelt werden. Die Hunde werden in unterschiedlichen Übungen und Prüfungen darauf konditioniert.

 

Viel Freude zeigten die kleinen Nachwuchs-Kameraden auch beim Ausmalen von Feuerwehrmotiven auf Papier, was sie unter anderem als Andenken mit Malstiften und weiteren kleineren Utensilien, mit nach Hause nehmen durften.  Im Hof wurden leckere Waffeln gebacken. Viel zu schnell ging wieder einmal ein spannender, spielerischer und aktionsreicher Tag zu Ende. Die Besucher kamen teils auch von weiter weg.


Bericht und Bilder: Sabine Rösler

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