Von den Anfängen bis 1942

 

Am 12. Juni 1876 wurde die „Freiwillige Feuerwehr Burgthann“ – dem allgemeinen Trend folgend – von einer Reihe verantwortungsbewusster Burgthanner Bürger gegründet.

 

Aus diesem Anlass wurde damals am heutigen Rathaus eine Linde gepflanzt, welche bis zur Umgestaltung des Rathausplatzes Schatten spendete. Da der Baum das Rathaus zu stark beeinträchtigte, musste er leider gefällt werden. Anlässlich des 110-jährigen Gründungsjubiläums mit Fahnenweihe pflanzten die Kameraden der Feuerwehr 1986 ersatzweise eine Kastanie beim Feuerwehrhaus an der Sandstraße, welche – man kann es als gutes Omen für die Burgthanner Wehr sehen – wiederum prächtig gedeiht.


Die Geschicke der Feuerwehr lagen mit ihrer Gründung in den Händen folgender Kameraden:

1. Kommandant: Johann Fischer, Kaufmann;

Adjudant: Ullrich Pölloth, Ökonom;

Sekretär: Georg Bogner I, Handelskaufmann;

Requisitenmeister: J. G. Dennerlein, Schmiedemeister;

Kassier: Lorenz Silberhorn, Büttnermeister;

Zugführer: Johann Meyer, Müllermeister,  Johann Fischer, Maurermeister, Chr. Scharrer, Schuhmachermeister

 Ausschussmitglieder: St. Bohrer, Bürgermeister; Joh. Ohlwärter, Müllermeister; Joh. Peter Müller, Gastwirt; Joh. Mederer, Ökonom; Hornisten: Kaspar Büttner, Leonh. Röder, Wagner;


tl_files/Dokumente/Bilder/Verein/Chronik/FF 1876.JPG


Der leider unvollständigen Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Burgthann kann man entnehmen, dass am 7. Januar 1882 erstmals ein Feuerwehrverein gegründet wurde. Im Burgthann-Buch von Hans Wedel wird dazu (allerdings unter Nennung des Gründungsjahres 1874!) folgendes vermerkt:


„Im Gasthaus Müller wird die Freiwillige Feuerwehr Burgthann gegründet. 1. Vorstand wird Adam Werner. Die Wehr erhält noch im selben Jahr vom Kreis einen Zuschuss von 15 Gulden zur Anschaffung von Uniformen“.


Dieser Verein wurde in den späteren Kriegsjahren auf Anordnung der Nationalsozialisten aufgelöst, da die Freiwilligen Feuerwehren zu dieser Zeit in die staatliche Organisation der Feuerschutzpolizei überführt wurden. In der Anfangszeit stand den Kameraden eine Saug- und Handdruckspritze der „Münchener u. A. Mob. Feuer-Versicherungs-Gesellschaft“, gebaut durch die „Kgl. Hof-Löschmaschinen-Fabrik von B. Kirchmair & Sohn, München, N° 2204“, als Wasserförderungsmittel zur Verfügung. Diese verkaufte der damalige Bürgermeister Schönweiß nach der Ausmusterung 1950 an Georg Kuhn, Chef der Burgthanner Firma Dauphin-Kuhn. Nachdem dieser sie um 1960 originalgetreu restaurieren ließ, schmückte sie mit Blumen beflanzt seinen heimischen Garten. 1997 gab der neue Besitzer die Handdruckspritze dankenswerterweise wieder an die Feuerwehr zurück. Mit Unterstützung des Feuerwehrvereines, des Schuhmachers Helmut Kapp, des Schreiners Ernst Wagner, des Aktiven Feuerwehrmitglieds und Enkels des Mäzens, Matthias Kuhn und von Walter Lorenz, konnte diese Spritze rechtzeitig zum Feuerwehrfest 2001 restauriert und im alten Glanz der Öffentlichkeit präsentiert werden. Des weiteren ist unter dem Jahr 1926 in der Burgthanner Chronik nachzulesen: „Die Freiwillige Feuerwehr Burgthann begeht ihr 50jähriges Gründungsfest. Im Eichenhain… (Anm.: bei der jetzigen Hauptschule) …findet am 6. Juni ein Festgottesdienst mit Pfarrer Steinbauer statt, anschließend sprechen Vorstand Liebel und Bürgermeister Fischer am Ehrenmal. Es folgt eine Schauübung, wobei ein entzündeter Holzstoß gelöscht wird. Mit einer Festrede durch Brandmeister Röder endet die Vorführung“. Im Jahr 1942 erhielt die Wehr unter Kommandant Hans Meyer – ihrem 1988 verstorbenen Ehrenkommandanten – eine Motorspritze, die bis 1960 bei Einsätzen und Übungen ihren Dienst versah.

 

 

Zurück zur Übersicht